Das Verkehrsflugzeug 152 Baade

Eine Reportage über den Nachbau des ersten deutschen Verkehrsflugzeugs mit Turbinenantrieb, das Verkehrsflugzeug 152, auch Baade 152 genannt, Teil 1

Im Sommer 2021 bin ich auf Einladung des Luftfahrttechnischen Museums mit meiner Dornier Do 335 zum Museumsfest nach Rechlin gereist. Das Modell inkl. großformatigen Flugaufnahmen des Modells wurde neben der großen Do 335, einem Nachbau mit Originalteilen, platziert. Für die Museumsbesucher war es von großem Interesse, das Erscheinungsbild der Do 335 im Fluge zu sehen. Nach der Veranstaltung wurde mir von der Museumsleitung eine Telefonnummer übergeben, mit der Bitte, mich einmal dort zu melden. Wieder Zuhause eingetroffen tat ich es dann auch und am anderen Ende meldete sich Erwin Schulschenk aus Dessau-Roßlau an der Elbe. Wie sich herausstellte, ist Erwin Schulschenk passionierter Modellbauer und Modellflieger und zudem ein eifriger Leser des JetPower-Magazins. Mit Interesse verfolgte Erwin meine Beiträge im Magazin, speziell aber den Beitrag über die VFW 614 in der JetPower 3 / 2017. Erwin berichtete, dass er das Verkehrsflugzeug 152, auch Baade 152 genannt, im Maßstab 1 : 12 nachgebaut hat. Ein Projekt, das kurz vor der Vollendung steht.
Das Verkehrsflugzeug 152 ist eine Entwicklung unter Leitung des Flugzeugkonstrukteurs Brunolf Baade, daher die Typenbezeichnung Baade 152. Es ist das erste in den 1950er Jahren entwickelte deutsche Passagierflugzeug und gehört zu den wichtigsten Flugzeugbauprojekten der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Doch zunächst mehr zur Historie des Verkehrsflugzeuges 152.

Historie

Brunolf Baade war der technische Leiter der Junkers Werke. Er setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg für den Aufbau der Luftfahrtindustrie in der damaligen DDR ein. Von dem sowjetischen Luftfahrtministerium wurde der Kauf von ca. 100 Mittelstrecken-Verkehrsflugzeugen mit einer Reichweite bis zu 2.500 km zugesagt, so dass man 1953 mit der Projektierung der Maschine begann. Als Grundlage diente die schon 1945 im Projektstadium vorhandene und später in der Sowjetunion erprobte Junkers-Bomberentwicklung EF-150 mit einer Vergrößerung von 20 %. In Dresden begann man 1953 mit dem Neuaufbau des Endwicklungsbereichs und dem Endmontagewerk auf dem Flughafengelände Dresden-Klotzsche. Gleichzeitig wurde der Entwicklungsbereich für Strahl- und Propellerturbinen in Pirna wieder aktiviert und startete in beiden Werken mit der Entwicklung der 152/I-V1. Seitens des sowjetischen Luftfahrtministeriums wurden strenge Vorgaben für die konstruktive Auslegung der 152 gemacht, so musste die Maschine mit einem …

Die vollständigen Beiträge lesen Sie in JetPower 4/2022

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