Es war einmal … Aufbruch in das Modellflug-Jetzeitalter

Die Entwicklung von Flugzeugen ist immer stark von den verfügbaren Antriebssystemen beeinflusst gewesen. Der von einem Benzinmotor angetriebene Propeller hat Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die ersten praktisch verwendbaren Motorflugzeuge ermöglicht. Genau am 17. Dezember 1903 gelang den Gebrüdern Wright der erste erfolgreiche Motorflug mit ihrem »Flyer I« in »Kitty Hawk« in North Carolina/USA. Der Flug dauerte 12 Sekunden, und dabei wurde eine Strecke von 37 Metern zurückgelegt. Dieses Ereignis gilt wohl als Geburtsstunde des motorisierten Fliegens. In den 30er-Jahren hatte die Flugzeugtechnik bereits ein hohes Entwicklungsniveau erreicht, aber als Antriebssystem kam immer noch der Verbrennungsmotor mit Propeller zum Einsatz. Das Antriebssystem war im Grunde immer das gleiche, wenn auch mit unterschiedlichen Leistungsdaten. Das änderte sich: Ab Mitte der 30er-Jahre wurden nahezu gleichzeitig in Deutschland und England kritische Untersuchungen bezüglich der verfügbaren Antriebssysteme eingeleitet, um Alternativen zu eruieren.



Dies führte zur Entwicklung des Strahltriebwerks, bei dem ein Schub mittels eines komprimierten und aufgeheizten Luftstrahls erzeugt wird. Das Strahltriebwerk war geboren – eine richtungsweisende Entwicklung, die bis in die heutige Zeit reicht und noch immer nicht abgeschlossen ist. Das Strahltriebwerk ist als Antriebssystem sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich nicht wegzudenken. Der Aufbruch im militärischen Bereich war wohl das Jagdflugzeug, die Messerschmitt Me 262, und im zivilen Bereich das Verkehrsflugzeug, die DH.106 Havilland »Comet«, die mit Strahltriebwerken betrieben wurden. Viele Jahre später, in den 70er-Jahren, als das Strahltriebwerk in allen Luftfahrtbereichen Einzug gehalten hatte, stellte sich die Frage: »Wie war die Entwicklung im Modellflug?« Hatte sich hier in der Entwicklung von Antriebssystemen für Modellflugzeuge etwas getan, oder befanden wir uns immer noch in den 30er-Jahren? Aus welchem Grund? Der Nachbau eines Jet-Modells mit Propeller an der Nase? Das geht gar nicht.
So dachten auch einige Tüftler unter den Modellbauern und machten sich an die Entwicklung von alternativen Antriebssystemen. Vornehmlich in den USA und England bastelten sie an Alternativen für Jet-Modelle. Heraus kam der Impeller, in Englisch auch Ducted Fan genannt, der mal recht gut, aber oftmals nicht so gut funktionierte. Den ersten erfolgreichen Ducted-Fan-Flug gelang 1960 P. E. Norman in England, und in den USA trat Bob Violett 1976 bei den AMA Nationals mit einer Douglas A-4 »Skyhawk« an. Als erste in Serie gefertigte Impeller sind wohl die Entwicklungen Axiflo und Turbax zu nennen, die Mitte der 70er-Jahre auf den amerikanischen Markt kamen, bei uns in Deutschland jedoch nur schwer zu beschaffen waren, weil kein deutscher Anbieter sie in seinem Sortiment führte. Auch in Schweden befasste man sich seit Mitte der 70er-Jahre mit der Entwicklung eines Impeller-Antriebes. Es waren John Lyrsell, Owe Lyrsell und Erik Prisell, die federführend den Boss 602 entwickelten und ihn Ende der 70er-Jahre zur Serienreife brachten. Vertrieben wurde der Boss-602-Impeller in Deutschland durch die Firma Krick Modellbautechnik.



Speziell über die Entwicklungsgeschichte des Boss-602-Impellers werde ich in einem separaten Beitrag im JetPower-Magazin berichten. Ein großer Tag für den Impeller und der Durchbruch der impellergetriebenen Modellfliegerei war der Quarter-Scale-Wettbewerb 1979 in Las Vegas in den USA. Ein von der amerikanischen Firma Byron entwickeltes, in Semi-Scale nachgebautes Modell einer General Dynamics F-16 A mit einem neuartigen, ebenfalls von Byron entwickelten Impellersystem zeigte noch nie Dagewesenes. Das recht große Modell mit einer Länge von fast zwei Metern und einem Gewicht von ca. 5 kg benötigte eine Startstrecke von lediglich 30 Metern und stieg in …

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der JetPower 3/2026

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